28.Januar 2012
Kombinationstherapie mit PLD reduziert Chemotoxizität
Längeres Überleben bei rezidivierendem Ovarialkarzinom
Berlin - Die Therapie des fortgeschrittenen Ovarial- karzinoms nach Versagen einer platinhaltigen first-line-Chemotherapie stellt angesichts der Prognose wie auch der Nebenwirkungen enorme Anforderungen an Arzt und Patient. Jede Reduktion der Nebenwirkungen bei gleichzeitigem Wirkungserhalt der Therapie ist daher hoch willkommen.
Anlässlich der 2011er Tagung der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) stellte Professor Dr. med. Uwe Wagner, Direktor der Klinik für Gynäkologie an der Philipps Universität in Marburg und Vorsitzender der Organkommission Ovarialkarzinom (Kommission Ovar) der AGO, eine neue Studie zur Kombinationstherapie des rezidivierenden Ovarialkarzinoms mit pegyliertem liposomalem Doxurubicin (PLD) vor. Deren überzeugende Ergebnisse flossen bereits in die Aktualisierung der Behandlungsleitlinie "Empfehlung für die Diagnostik und Therapie maligner Ovarialtumoren" ein (zu finden unter www.ago-online.de, Leitlinien). Die für die Patientinnen deutlich verbesserte Verträglichkeit brachte unter anderem die aktuelle Phase III- Studie namens CALYPSO (CAeLYx® in Platinum Sensitive Ovarian cancer) zu Tage. Diese untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von PLD in Kombination mit Carboplatin im Vergleich zu Paclitaxel ebenfalls kombiniert mit Carboplatin. 976 Patientinnen mit einem platinsensiblen Ovarialkarzinom nahmen an der Studie teil.
Die Ergebnisse zeigten eine effektivere Wirksamkeit und bessere Verträglichkeit der Kombination von Carboplatin mit PLD (Pujade-Lauraine et al. 2010). So lag das progressionsfreie Überleben unter PLD mit Carboplatin bei median 11,3 Monaten signifikant höher (9,4 Monate unter Paclitaxel mit Carboplatin) (p = 0,005). Auch hinsichtlich der Verträglichkeit zeigten sich Vorteile für die Kombination von PLD mit Carboplatin, wie Wagner weiter ausführte. Die Abbruchrate, bedingt durch schwere nichthämatologische Nebenwirkungen, lag unter dem paclitaxelhaltigen Regime höher als unter dem Therapieregime mit Carboplatin und PLD (15 % vs. 6 %, p = 0,001). Seine "Verpackung" und damit verbesserte Applikationsform steht gleich einer besseren klinischen Wirksamkeit bei gleichzeitig reduzierter Toxizität: Für Caelyx® wurde eine spezielle Ummantelung des Liposoms mit Polyethylenglykol (PEG), die Pegylierung, entwickelt. Diese bildet eine Hülle um die äußere Oberfläche der Lipidschicht und stellt damit eine sterische Barriere gegen Interaktionen mit Plasmaproteinen, Opsoninen und Zelloberflächenrezeptoren dar. Die CALYPSO-Kombination erwies sich zudem für die Patientinnen aufgrund der verlängerten Therapieintervalle (sechsmal alle vier Wochen, statt alle zwei Wochen) deutlich besser handhabbar. Der im Vergleich bessere therapeutische Index der Kombination zeigte sich für die Patientinnen in deutlich weniger Haarausfall, weniger lang anhaltenden Neutropenien und in der geringeren Anzahl von Allergisierungen (Kurtz et al. 2011). uar

