15.Januar 2012
Frühgeburten durch Masern
Impfung bei Kinderwunsch
Berlin - Die WHO beobachtet aktuell in Westeuropa eine massive Zunahme von Maserninfektionen. Allein in Deutschland sind von Januar bis Oktober 2011 über 1500 Fälle aufgetreten, doppelt so viele wie im Vorjahr. Nach einer Ansteckung mit Masern in der Schwangerschaft kommen bis zu 25 Prozent der Babys zu früh zur Welt.
Professor Dr. med. Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), betont aus diesem Grund in einer aktuellen Pressemeldung der Gesellschaft: "Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt gegen Masern geimpft sein, um eine mögliche Fehl- oder Frühgeburt als Erkrankungsfolge zu verhindern." Hier bestehe ein erheblicher Nachholbedarf: Die Masernimmunität liege in Deutschland auf einem denkbar schlechten Niveau und bilde neben Rumänien das Schlusslicht innerhalb der EU. Personen, die in der Kindheit zweimal geimpft wurden, haben lebenslang einen ausreichenden Impfschutz. Wurde allerdings nur einmal oder gar nicht geimpft, empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, für alle im Jahr 1970 oder später Geborenen, die Masernimpfung nachzuholen. Die wichtigste Komplikation einer Maserinfektion in der Schwangerschaft sind neben hohem Fieber schwere Lungenentzündungen.
Tritt die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auf, kann das Neugeborene - das noch nicht über ein ausgereiftes Immunsystem verfügt - mit Masern zur Welt kommen. Die Erkrankung kann dann lebensbedrohlich verlaufen. Fehlbildungen durch Maserninfektion sind demgegenüber nicht zu befürchten, so dass keine Veranlassung für eine pränatale Diagnostik oder einen Schwangerschaftsabbruch bei Infektion während der Schwangerschaft besteht. Wenn eine Schwangere ohne Impfschutz in Kontakt mit Infizierten kommt, kann die sofortige Gabe von Immunglobulinen den Ausbruch der Krankheit verhindern oder abschwächen. Wenn die Krankheit allerdings bereits voll ausgebrochen ist, ist diese Therapieform nicht mehr wirksam. pep
Quellenhinweis und weitere Informationen:
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Berlin

